Wie kann ich meinen Anspruch auf AZV-Tage einlösen?

Zum teilweisen Ausgleich für die im Öffentlichen Dienst geringere Wochenarbeitszeit werden die kirchlichen Beschäftigten nach § 6 Abs. 1 a) KAO in jedem Kalenderjahr an drei Arbeitstagen unter Fortzahlung des Entgelts von der Arbeit freigestellt (Arbeitszeitverkürzungstage, AZV-Tage).

Teilzeitbeschäftigte erhalten die arbeitsfreien Tage gemäß § 6 Abs. 1 a) KAO anteilig entsprechend dem Grad ihrer dienstlichen Inanspruchnahme.

Wird jemand an einem arbeitsfreien Tag
krank, so wird dieser AZV-Tag trotzdem angerechnet, d.h. er ist verbraucht. Dies ergibt sich aus der Regelung “Eine Nachholung in anderen Fällen ist nicht zulässig“. Eine Sonderregelung wie im Urlaubsrecht bei Erkrankung während des Urlaubs (§ 9 BUrlG) existiert nicht. 

Arbeitsfreie Tage verfallen, wenn sie nicht innerhalb des jeweiligen Kalenderjahres in Anspruch genommen werden. Eine Übertragung auf das folgende Jahr wie im Urlaubsrecht ist nicht möglich.

Die AZV-Tage sind nach den Wünschen der Beschäftigten zu gewähren, es sei denn dass dringende dienstliche Belange oder Wünsche anderer Beschäftigten dem entgegenstehen. AZV-Tage können an Urlaubstage angehängt werden.

Die Dauer der Freistellung beträgt bei der 5-Tage-Woche höchstens 3/5 der für die Beschäftigten geltenden durchschnittlichen wöchentlichen Arbeitszeit.

Ist die durchschnittliche regelmäßige wöchentliche Arbeitszeit regelmäßig oder dienstplanmäßig auf mehr oder weniger als fünf Arbeitstage in der Kalenderwoche verteilt, erhöht oder vermindert sich die Höchstdauer der Freistellung entsprechend.

Ist bei Teilzeitkräften die wöchentliche Arbeitszeit auf weniger als 5 Tage verteilt und die tägliche Arbeitszeit entsprechend erhöht, reduziert sich die Zahl der AZV-Tage. Die Anzahl der Ausgleichsstunden bleibt grundsätzlich gleich.
Ergeben sich aber bei der Umrechnung Bruchteile von arbeitsfreien Tagen, so ist auf volle Stunden aufzurechnen.

Bei Teilzeitkräften, deren Arbeitszeit unterschiedlich auf Wochentage verteilt ist, empfiehlt es sich den AZV-Anspruch auf Stundenbasis auf der Grundlage des Beschäftigungsumfangs zu berechnen und auszugleichen.

Der Anspruch von AZV-Tagen bei Anstellung innerhalb eines Jahres wird – wie beim Urlaub – gezwölftelt. Für jeden vollen Monat des Bestehens des Arbeitsverhältnisses steht somit ein Zwölftel des AZV-Anspruches zu. Ergeben sich bei der Berechnung Bruchteile von arbeitsfreien Tagen, so ist auf volle Stunden aufzurunden.

 Berechnungsbeispiele:

Bei einer 5-Tage-Woche ergeben sich folgende Umfänge:

100%: 3 AZV-Tage a 8 Std. = 24 Std.
80%: 3 AZV-Tage a 6,4 Std. = 19,2 Std.
50%: 3 AZV-Tage a 4 Std. = 12 Std.

30%: 3 AZV-Tage a 2,4 Std. = 7,2 Std.

Bei einem Beschäftigungsumfang von 80% an vier Tagen, d.h. die tägliche Arbeitszeit beträgt 8 Stunden:
AZV-Anspruch:3 x 4/5 = 2,4 AZV-Tage. Der/die Beschäftigte wird an 2 Tagen jeweils 8 Std. und an einem Tag mit vier Std. freigestellt (8 x 0,4 = 3,2; aufgerundet 4 Std.).